Di, 16:34 Uhr
28.10.2025
Nachwuchssportler des Jahres 2024/25
Nordhäuser Radtalent ausgezeichnet
Beim Sportlerball am Samstagabend, dem 25. Oktober 2025, in der Unstruthalle Sömmerda wurde der 15-jährige Raphael Mund aus Nordhausen als Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt seine Entwicklung im Straßenradsport – eine Erfolgsgeschichte, die buchstäblich auf der Landstraße begann.
Raphael Mund ist Nachwuchssportler des Jahres 2024/25 (Foto: Steffen Mund)
Raphael ist 15 Jahre alt, lebt in Nordhausen – startet sportlich aber für den SV Sömmerda. Die Auszeichnung würdigt seine außergewöhnliche Entwicklung im Straßenradsport innerhalb sehr kurzer Zeit.
Besonders bemerkenswert: Raphael hat den größten Teil seines Aufbaus im Landkreis Nordhausen praktisch allein absolviert. Es gibt hier aktuell keine feste Nachwuchsgruppe im Straßenradsport. Trainiert hat er vor Ort, gesteuert wurde das Training aus der Ferne von Jörg Aschenbrenner (SV Sömmerda). Aschenbrenner hat ihn an den Rennbetrieb herangeführt, Trainingspläne erstellt und die ersten Wettkämpfe begleitet – obwohl zwischen Wohnort Nordhausen und Trainingsstützpunkt Sömmerda rund 60 Kilometer liegen.
Weil seine Leistungen sofort aufgefallen sind – starke Platzierungen schon in den ersten Lizenzrennen, sehr schnelle Entwicklungsschritte – kam früh ein Thema auf den Tisch: Sportschule. Raphael wechselte an das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium / die Sportschule Erfurt. Dort trainiert er inzwischen in der U17 unter Trainer Andreas Wartenberg. Die Kombination aus Schule und Leistungssport gibt ihm regelmäßige Einheiten, professionelle Betreuung und strukturierte Rennvorbereitung.
Dass dieses Modell funktioniert, zeigt sich inzwischen sogar innerhalb der Familie. Raphaels jüngere Schwester Marla hat erst im Januar 2025 mit dem Rennradfahren begonnen, vier Rennen bestritten und ein Trainingslager in Kroatien absolviert – und erhielt danach ebenfalls die Anfrage, an die Sportschule zu wechseln. Seit August 2025 lernt und trainiert auch sie in Erfurt. Zwei Geschwister aus Nordthüringen, beide innerhalb weniger Monate auf Sportschul-Niveau: Das ist im Thüringer Straßenradsport alles andere als üblich.
Trotz der hohen Belastung bleibt Raphael breit aufgestellt. Wenn er nicht auf dem Rad sitzt, spielt er aktiv Schach für den Schachclub Nordhausen. Seine restliche freie Zeit verbringt er am liebsten draußen mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder – Wandern, rausgehen, Kopf freikriegen.
Mit der Ehrung in Sömmerda bekommt jetzt auch ein Thema Aufmerksamkeit, das über den Einzelfall hinausgeht: Der Thüringer Radsportverband möchte im Norden Thüringens eine feste Struktur für den Nachwuchs aufbauen. Geplant ist ein offenes Treffen im Landkreis Nordhausen. Dort sollen interessierte Kinder und Jugendliche, mögliche ehrenamtliche Trainer vor Ort und der Verband zusammenkommen. Ziel ist der Start einer dauerhaften Trainingsgruppe für Nordthüringen.
Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen den Straßenradsport nach Nordthüringen holen. Kinder sollen nicht erst quer durchs Land fahren müssen, bevor sie überhaupt anfangen dürfen, sagen Heike Schramm (Thüringer Radsportverband) und Jörg Aschenbrenner (SV Sömmerda). Vater Steffen Mund unterstützt diese Initiative gemeinsam mit beiden und hilft bei der Organisation vor Ort.
Autor: red
Raphael Mund ist Nachwuchssportler des Jahres 2024/25 (Foto: Steffen Mund)
Raphael ist 15 Jahre alt, lebt in Nordhausen – startet sportlich aber für den SV Sömmerda. Die Auszeichnung würdigt seine außergewöhnliche Entwicklung im Straßenradsport innerhalb sehr kurzer Zeit.Besonders bemerkenswert: Raphael hat den größten Teil seines Aufbaus im Landkreis Nordhausen praktisch allein absolviert. Es gibt hier aktuell keine feste Nachwuchsgruppe im Straßenradsport. Trainiert hat er vor Ort, gesteuert wurde das Training aus der Ferne von Jörg Aschenbrenner (SV Sömmerda). Aschenbrenner hat ihn an den Rennbetrieb herangeführt, Trainingspläne erstellt und die ersten Wettkämpfe begleitet – obwohl zwischen Wohnort Nordhausen und Trainingsstützpunkt Sömmerda rund 60 Kilometer liegen.
Weil seine Leistungen sofort aufgefallen sind – starke Platzierungen schon in den ersten Lizenzrennen, sehr schnelle Entwicklungsschritte – kam früh ein Thema auf den Tisch: Sportschule. Raphael wechselte an das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium / die Sportschule Erfurt. Dort trainiert er inzwischen in der U17 unter Trainer Andreas Wartenberg. Die Kombination aus Schule und Leistungssport gibt ihm regelmäßige Einheiten, professionelle Betreuung und strukturierte Rennvorbereitung.
Dass dieses Modell funktioniert, zeigt sich inzwischen sogar innerhalb der Familie. Raphaels jüngere Schwester Marla hat erst im Januar 2025 mit dem Rennradfahren begonnen, vier Rennen bestritten und ein Trainingslager in Kroatien absolviert – und erhielt danach ebenfalls die Anfrage, an die Sportschule zu wechseln. Seit August 2025 lernt und trainiert auch sie in Erfurt. Zwei Geschwister aus Nordthüringen, beide innerhalb weniger Monate auf Sportschul-Niveau: Das ist im Thüringer Straßenradsport alles andere als üblich.
Trotz der hohen Belastung bleibt Raphael breit aufgestellt. Wenn er nicht auf dem Rad sitzt, spielt er aktiv Schach für den Schachclub Nordhausen. Seine restliche freie Zeit verbringt er am liebsten draußen mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder – Wandern, rausgehen, Kopf freikriegen.
Mit der Ehrung in Sömmerda bekommt jetzt auch ein Thema Aufmerksamkeit, das über den Einzelfall hinausgeht: Der Thüringer Radsportverband möchte im Norden Thüringens eine feste Struktur für den Nachwuchs aufbauen. Geplant ist ein offenes Treffen im Landkreis Nordhausen. Dort sollen interessierte Kinder und Jugendliche, mögliche ehrenamtliche Trainer vor Ort und der Verband zusammenkommen. Ziel ist der Start einer dauerhaften Trainingsgruppe für Nordthüringen.
Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen den Straßenradsport nach Nordthüringen holen. Kinder sollen nicht erst quer durchs Land fahren müssen, bevor sie überhaupt anfangen dürfen, sagen Heike Schramm (Thüringer Radsportverband) und Jörg Aschenbrenner (SV Sömmerda). Vater Steffen Mund unterstützt diese Initiative gemeinsam mit beiden und hilft bei der Organisation vor Ort.
