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Sa, 10:01 Uhr
20.06.2026
Die Brennnessel

Unkraut mit Superkräften

Kaum jemand möchte sie im Garten haben – dabei ist die Brennnessel besonders wertvolles Grün: sie ist zugleich Heilpflanze, vitaminreiches Gemüse, kostenloser Dünger und Futterpflanze für viele Raupen. Der NABU plädiert für eine andere Sicht auf das „Unkraut“, das viele hauptsächlich mit juckenden Quaddeln auf der Haut verbinden...

Das gefürchtete Brennen der Nessel soll gegen Fressfeinde helfen und entsteht durch das Abrechen der mit Kieselsäure angereicherten Brennhaare, die in die Haut eindringen und dort Histamine, Ameisensäure und Acetylcholin freigeben. Neben dieser schmerzhaften Eigenschaft hat die Brennnessel viele positive. Sie ist schon seit Jahrtausenden als Heil- und Kulturpflanze bekannt. Sie enthält Vitamin A und C, Kalium, Kalzium, Eisen und Chlorophyll.

Bild:
Auch das Tagpfauenauge nutzt die Nessel (Foto: Jan Piecha/NABU)

Der hohe Nährstoff- und Vitamingehalt macht die Brennnessel schon fast zu einem Wundermittel. Paracelsus wusste schon vor 500 Jahren: „Wenn man sie kocht und mit Pfeffer oder Ingwer mischt und auflegt, hilft dies bei Gelenkschmerzen.“ Heute ist die gute Wirksamkeit von Brennnesseln bei rheumatischen Erkrankungen wissenschaftlich erwiesen, ebenso bei Harnwegsinfekten oder Nierengrieß. Auch die Samen sind essbar. Sie werden in vielen Kulturen als Aphrodisiakum eingesetzt. 2022 war die Große Brennnessel sogar Heilpflanze des Jahres.

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Auch im Garten ist die Nessel nützlich. Brennnessel-Brühe ist ein gutes Mittel gegen Blattläuse und Milben. Als Jauche ist die Pflanze ein kostenloser Stickstoffdünger, der leicht hergestellt werden kann: Die Pflanzen vor der Blüte ernten und in einem Eimer mit Regenwasser geben. 14 Tage stehen lassen und im Verhältnis eins zu zehn mit Regenwasser verdünnen – fertig!

Nicht nur für uns Menschen bietet die Brennnesseln viel Gutes, auch Insekten lieben sie. „Die Brennnessel ist Raupenfutterpflanze für mehr als dreißig heimische Falterarten, darunter Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und Admiral“, so NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. Um mehr über die Beziehung zwischen Insekt und Pflanze zu erfahren, haben wir eine Mitmachaktion zu Raupen an Brennnesseln gestartet.“

Und so geht das Mitmachen: Wer draußen unterwegs oder im Garten ist, sollte sich Brennnesseln ganz genau anschauen. Im Sommer können die Pflanzen zum Raupen-Hotspot werden. Wer eine Raupe findet, sollte sie fotografieren. Welche ist es und welcher Falter wird es einmal? Mit dem www.insektentrainer.de kann man das im Zweifelsfall herausfinden. Dann die Art mit Foto bis zum 8. Juli melden.
Autor: red

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