eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (lb_1)
Fr, 11:06 Uhr
24.04.2026
BUND fordert Gips-Abbau-Stopp im Südharz

Recycling-Werk vor dem Aus

Mit Blick auf die in den Medien angekündigte Schließung des Recycling-Gipswerks in Embsen bei Lüneburg fordert der BUND Thüringen einen sofortigen Stopp neuer Naturgips-Abbaugenehmigungen im Südharz sowie den Erhalt und Ausbau von Recyclingstandorten – auch in Thüringens Nachbarländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen...

Gipsabbau im Südharz (2014) (Foto: BUND) Gipsabbau im Südharz (2014) (Foto: BUND)
Dazu Dr. Burkhard Vogel, Landesvorsitzende des BUND Thüringen in einer Presseinformation: „Während ein Werk in Niedersachsen geschlossen wird, das zu 90 Prozent mit Recyclinggips arbeitet, wird gleichzeitig der Abbau von 100 Prozent Naturgips im Alten Stolberg vorangetrieben – mitten in einem der letzten großen Buchenwaldgebiete auf Gips in Deutschland. Das ist Rückschritt statt Fortschritt.“
Anzeige symplr (mr_1)

Erst im Januar 2026 hatte der BUND seine Stellungnahme zum Entwurf einer Rohstoffstrategie Thüringen veröffentlicht. Hier heißt es unter anderem: „Nicht erneuerbare mineralische Rohstoffe sollten primär durch nachwachsende und dann durch recycelte Rohstoffe ersetzt werden. Insbesondere langlebige Produkte wie Bauwerke werden ihre LifeCycle-Klimabilanzen um bis zu 40 Prozent reduzieren (graue Energie) können, wenn sie aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut werden.“

Der BUND fordert eine verbindliche Aufnahme dieser Punkte in die Thüringer Rohstoffstrategie. „Die Entwicklung zeigt exemplarisch, wie wirtschaftliche Entscheidungen und politische Rahmenbedingungen derzeit in die falsche Richtung wirken. Ein Geschäftsmodell auf Kosten von Natur und Landschaft funktioniert nur so lange, wie die Zerstörung der Natur billiger ist als die Umstellung auf Recycling und umweltschonende Alternativen. Dem nachzugeben, wäre ein fataler Fehler", so Vogel weiter.

Die Recyclingquote bei Gips in Deutschland liegt bei unter fünf Prozent. Ein Großteil der Gipsprodukte wird nach wie vor deponiert, statt wiederverwertet.

Das Dreiländereck im Südharz zwischen Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist von den Abbauplänen der Gipsindustrie besonders betroffen. Bereits in den neunziger Jahren hatte der BUND Thüringen gegen den Abbau im Alten Stolberg geklagt. Trotz des herausragenden Naturschutzwertes dieses Waldes verhinderten alte Regelungen aus DDR-Zeiten jedoch einen Erfolg. Der Gipsabbau zerstört die weltweit einmalige Gipskarstlandschaft zunehmend und unwiederbringlich. Die Eingriffe in wertvolle Wälder und Schutzgebiete bedrohen einen herausragenden Hotspot der Artenvielfalt und beeinträchtigen zugleich die touristischen Potenziale der Region.

„Wir fordern von der Politik, keinen weiteren Gipsabbau im Südharz zuzulassen und konsequent auf Alternativen zu setzen. Das nützt langfristig auch der Industrie und sichert Arbeitsplätze – denn der Naturgips im Südharz ist endlich“, so Vogel abschließend.
Autor: red

Anzeige symplr (lb_3)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (lb_2)
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (bb_2)