Abschied von langjährigen Mitarbeiterinnen in der Helios Klinik Sangerhausen
Von der Ausbildung bis zur Rente und mit Liebe zum Beruf
Mittwoch, 08. Dezember 2021, 10:48 Uhr
46 Jahre - so lange arbeiteten Ute Röder und Beate Bierau im Sangerhäuser Krankenhaus. 46 Jahre im Pflegeberuf – und nun ist Schluss. Zu ihrem Dienstende geben die beiden Pflegekräfte Einblicke in ihre berufliche Vergangenheit...
Ute Röder (Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Helios Klinik Sangerhausen) (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz, Antonia Bütof.)
Ute Röder und Beate Bierau wird wohl immer die gemeinsame Dienstzeit in der jetzigen Helios Klinik Sangerhausen verbinden. Am 1. September 1975 begannen ihre Ausbildungen, wobei beide ihren Praxisteil im damaligen Kreiskrankenhaus Sangerhausen absolvierten. Da sie unterschiedliche Berufe lernten, verbrachten sie die Theorie getrennt voneinander: Ute Röder entschied sich für die Gesundheits- und Krankenpflege und lernte die theoretischen Inhalte der Ausbildung an der Universität Halle-Wittenberg. Beate Bierau besuchte als Auszubildende in der Kinderkrankenpflege eine medizinische Fachschule in Bernburg.
Doch was bewegte die beiden Frauen zu einer Ausbildung in der Pflege? Beate Bierau antwortet, ohne groß nachdenken zu müssen: Die Kinder. Für mich stand immer fest: Ich möchte mit Kindern arbeiten. Auch Ute Röder musste nicht lang überlegen: Meine Mutter hat ebenfalls in der Pflege gearbeitet. Eine Zeit lang war sie sogar meine Ausbilderin. Sie hat mich und meine Schwester zur Pflegeausbildung inspiriert, ohne Druck auf uns auszuüben. Ich wollte immer am Menschen arbeiten.
Sie erzählen schmunzelnd: Die Einstellungsgespräche fanden damals ein paar Räume weiter, im Konferenzraum, statt. Das war er auch früher schon! Doch abgesehen vom Konferenzraum hat sich im Krankenhaus ständig etwas verändert: Der Wechsel ist immer da gewesen, so Ute Röder. Es war immer alles sehr schnelllebig, manchmal fanden Wechsel sogar halbjährlich statt – doch ich blieb immer auf einer operativen Station. Auch Beate Bierau blieb ihrer Fachabteilung treu – sie arbeitete stets auf der pädiatrischen Station und kümmerte sich liebevoll um die kleinen Patienten.
Und tatsächlich – das Krankenhaus Sangerhausen befand sich ständig im Wandel. So begannen die beiden Mitarbeiterinnen ihre Ausbildung im Kreiskrankenhaus Sangerhausen, welches ebenfalls Standorte in Stolberg, Wippra und Allstedt umfasste. Bald darauf entwickelte sich das Kreiskrankenhaus zur Krankenhaus am Rosarium GmbH, wobei wieder einige strukturelle Veränderungen vorgenommen wurden. 2009 erfolgte dann der Wechsel zu den Helios Kliniken GmbH, der ebenfalls einige Änderungen mit sich brachte. Mit jedem Wechsel kommen Veränderungen, so Beate Bierau. Es ist wie ein Wechsel der Arbeitsstelle, doch irgendwann ebnet sich alles wieder ein.
<i>Beate Bierau (Kinderpflegerin in der Helios Klinik Sangerhausen)</i> (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz, Antonia Bütof.)
Trotz all dieser Veränderungen hat jedoch keine der beiden Pflegerinnen daran gedacht, den Arbeitgeber zu wechseln. Das Herzblut an dem Beruf ist bis zum Schluss geblieben. Darüber nachgedacht, zu wegzugehen, haben wir nie, stimmen beide überein. Ein großer Rückhalt ist hierbei die Familie: Im Pflegeberuf braucht man eine Familie, die hinter einem steht, so Beate Bierau. Ein einziger Wehmutstropfen bleibt den beiden: Durch die ganze Technik und den aktuellen Personalschlüssel fehlt einfach die Zeit, um mit den Patienten auch mal über Sorgen und Bedenken zu reden, so Ute Röder. Natürlich hatten wir früher auch nicht Zeit im Überfluss, aber man konnte sich auch seelisch um die Patienten kümmern. Und das bedaure ich etwas.
Und was folgt nun nach der Dienstzeit? Nach 46 Jahren, in denen sie im Drei-Schicht-System acht Stunden täglich auf Station waren, können sich die beiden nur schwer vorstellen, was nun kommt. Es gibt einen Garten, den ich dann genießen kann. Außerdem fahre ich für mein Leben gern Fahrrad, das werde ich auch nutzen, so Beate Bierau fröhlich. Auch Ute Röder hat schon eine Idee: In meiner Familie arbeiten viele in der Pflege – da war es bisher schwierig, sich zu treffen. Jetzt habe ich genug Zeit dazu.
Den jetzigen Auszubildenden haben die beiden jedoch nur eines zu sagen: Vergesst das Herzblut und das Menschliche nicht. Es ist Pflege, es ist kein Beruf, bei dem man sich danach richten sollte, gutes Geld zu verdienen. Es geht um Menschenleben.
Autor: nis
Ute Röder (Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Helios Klinik Sangerhausen) (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz, Antonia Bütof.)
Ute Röder und Beate Bierau wird wohl immer die gemeinsame Dienstzeit in der jetzigen Helios Klinik Sangerhausen verbinden. Am 1. September 1975 begannen ihre Ausbildungen, wobei beide ihren Praxisteil im damaligen Kreiskrankenhaus Sangerhausen absolvierten. Da sie unterschiedliche Berufe lernten, verbrachten sie die Theorie getrennt voneinander: Ute Röder entschied sich für die Gesundheits- und Krankenpflege und lernte die theoretischen Inhalte der Ausbildung an der Universität Halle-Wittenberg. Beate Bierau besuchte als Auszubildende in der Kinderkrankenpflege eine medizinische Fachschule in Bernburg.
Doch was bewegte die beiden Frauen zu einer Ausbildung in der Pflege? Beate Bierau antwortet, ohne groß nachdenken zu müssen: Die Kinder. Für mich stand immer fest: Ich möchte mit Kindern arbeiten. Auch Ute Röder musste nicht lang überlegen: Meine Mutter hat ebenfalls in der Pflege gearbeitet. Eine Zeit lang war sie sogar meine Ausbilderin. Sie hat mich und meine Schwester zur Pflegeausbildung inspiriert, ohne Druck auf uns auszuüben. Ich wollte immer am Menschen arbeiten.
Sie erzählen schmunzelnd: Die Einstellungsgespräche fanden damals ein paar Räume weiter, im Konferenzraum, statt. Das war er auch früher schon! Doch abgesehen vom Konferenzraum hat sich im Krankenhaus ständig etwas verändert: Der Wechsel ist immer da gewesen, so Ute Röder. Es war immer alles sehr schnelllebig, manchmal fanden Wechsel sogar halbjährlich statt – doch ich blieb immer auf einer operativen Station. Auch Beate Bierau blieb ihrer Fachabteilung treu – sie arbeitete stets auf der pädiatrischen Station und kümmerte sich liebevoll um die kleinen Patienten.
Und tatsächlich – das Krankenhaus Sangerhausen befand sich ständig im Wandel. So begannen die beiden Mitarbeiterinnen ihre Ausbildung im Kreiskrankenhaus Sangerhausen, welches ebenfalls Standorte in Stolberg, Wippra und Allstedt umfasste. Bald darauf entwickelte sich das Kreiskrankenhaus zur Krankenhaus am Rosarium GmbH, wobei wieder einige strukturelle Veränderungen vorgenommen wurden. 2009 erfolgte dann der Wechsel zu den Helios Kliniken GmbH, der ebenfalls einige Änderungen mit sich brachte. Mit jedem Wechsel kommen Veränderungen, so Beate Bierau. Es ist wie ein Wechsel der Arbeitsstelle, doch irgendwann ebnet sich alles wieder ein.
<i>Beate Bierau (Kinderpflegerin in der Helios Klinik Sangerhausen)</i> (Foto: Helios Kliniken Mansfeld-Südharz, Antonia Bütof.)
Trotz all dieser Veränderungen hat jedoch keine der beiden Pflegerinnen daran gedacht, den Arbeitgeber zu wechseln. Das Herzblut an dem Beruf ist bis zum Schluss geblieben. Darüber nachgedacht, zu wegzugehen, haben wir nie, stimmen beide überein. Ein großer Rückhalt ist hierbei die Familie: Im Pflegeberuf braucht man eine Familie, die hinter einem steht, so Beate Bierau. Ein einziger Wehmutstropfen bleibt den beiden: Durch die ganze Technik und den aktuellen Personalschlüssel fehlt einfach die Zeit, um mit den Patienten auch mal über Sorgen und Bedenken zu reden, so Ute Röder. Natürlich hatten wir früher auch nicht Zeit im Überfluss, aber man konnte sich auch seelisch um die Patienten kümmern. Und das bedaure ich etwas.
Und was folgt nun nach der Dienstzeit? Nach 46 Jahren, in denen sie im Drei-Schicht-System acht Stunden täglich auf Station waren, können sich die beiden nur schwer vorstellen, was nun kommt. Es gibt einen Garten, den ich dann genießen kann. Außerdem fahre ich für mein Leben gern Fahrrad, das werde ich auch nutzen, so Beate Bierau fröhlich. Auch Ute Röder hat schon eine Idee: In meiner Familie arbeiten viele in der Pflege – da war es bisher schwierig, sich zu treffen. Jetzt habe ich genug Zeit dazu.
Den jetzigen Auszubildenden haben die beiden jedoch nur eines zu sagen: Vergesst das Herzblut und das Menschliche nicht. Es ist Pflege, es ist kein Beruf, bei dem man sich danach richten sollte, gutes Geld zu verdienen. Es geht um Menschenleben.
