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Sa, 14:32 Uhr
26.09.2026
naturgucker rufen wieder zum Beobachten und Melden auf

Am Efeu summen jetzt Hornissen

Der Sommer ist vorbei – aber die Hornissen sind immer noch unterwegs. Darum rufen NABU und NABU|naturgucker dazu auf, die Insekten zu melden. Asiatische Hornissen erreichen jetzt im Frühherbst ihren Höhepunkt mit den meisten Tieren pro Volk. Wer Hornissen, egal ob Asiatische oder Europäische, am Efeu oder anderen Pflanzen sichtet, soll sie fotografieren und dem NABU melden...

„Sie sammeln sich besonders gern am Efeu, weil dieser eine der letzten reichlich blühenden Pflanzen ist, und die Hornissen dort außer Nektar auch Beute, also andere bestäubende Insekten, finden.“, sagt NABU-Expertin für Citizen Science Theresa Seidel. Aber auch Europäische Hornissen können am Efeu beobachtet werden, denn diese Art schätzt die späte und reiche Nektarquelle ebenfalls.

Bild:
Vergleich von europäischer und asiatischer Hornisse (Foto: NABU)

Mit der Meldung kann jeder und jede dabei mithelfen, die Ausbreitung der invasiven Asiatischen Hornisse in Deutschland zu dokumentieren. Waren bis 2025 fast nur die westdeutschen Bundesländer betroffen, wurden inzwischen Funde in Berlin und Brandenburg dokumentiert. Das Insekt breitet sich zunehmend Richtung Norden und Osten aus. Einen Anstieg der Meldungen gab es in diesem Jahr vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Seidel: „Die weitere Ausbreitung müssen wir im Auge behalten.“

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Die Europäische Hornisse ist im Gegensatz zur Asiatischen Hornisse für unser Ökosystem unverzichtbar, da sie die Populationen von Fliegen, Bremsen, Mücken und Wespen reguliert und auch eine wertvolle Bestäuberin ist. Dies gilt zwar auch für die Neubürgerin, allerdings bildet diese deutlich größere Staaten als ihre europäische Schwester. Zudem hat sie kaum natürliche Feinde, weshalb sie sich stark ausbreiten kann und somit neben Honigbienen auch Wildbienenarten, Hummeln und Wespenarten gefährdet. Besonders betroffen ist jetzt im Herbst die Efeu-Seidenbiene, da sie sich größtenteils vom Nektar der Efeublüten ernährt.


„Wichtig ist, dass Beobachtungen möglichst mit Fotos an uns gemeldet werden. Noch wichtiger: Immer etwas Abstand halten, vor allem zu Nestern – auch wenn Hornissen durch und durch friedliche Tiere sind. Sie stechen nur, wenn sie sich angegriffen fühlen“, rät die NABU-Expertin.

Interessante Fakten rund um die Hornisse:
  • NRW bei der Asiatischen Hornisse weit vorne. Während Europäische Hornissen bundesweit vorkommen, konzentriert sich die Asiatische Hornisse unverändert auf das westliche Drittel der Republik. Top-Region ist NRW, von dort kommen 75 Prozent aller bundesweiten Meldungen. Deutliche Arealerweiterungen im Vergleich zu den Vorjahren gibt es im Norden und Osten Nordrhein-Westfalens sowie in Westniedersachsen. Auffallend sind 2026 Nachweise in Eisenhüttenstadt, Berlin und Leipzig, teils hunderte Kilometer von den nächsten Vorkommen entfernt. Hier handelt es sich möglicherweise um unabsichtliche Verschleppungen.
  • Besucht die Asiatische Hornisse das Oktoberfest? Besonders spannend ist der erstmalige Nachweis der Asiatischen Hornisse in Bayerns Landeshauptstadt München. Seit Anfang September gab es mehrere per Foto abgesicherte Beobachtungen – alle rund um das Festgelände Theresienwiese, auf der jetzt das Oktoberfest stattfindet. Wahrscheinlich handelt es sich um Hornissen aus einem einzigen gemeinsamen Nest, das bis zu 2000 Tiere beherbergen kann. Wer das Oktoberfest besucht, sollte auf Hornissen achten, sie fotografieren und melden.
  • Europäische Hornissen (Vespa crabro) können überall in Deutschland beobachtet werden. Sie sind tag- und nachtaktiv, wohingegen Asiatische Hornissen (Vespa velutina) nur tagsüber zu sehen sind. Europäische Hornissen nisten in wettergeschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen, Nistkästen, Dachböden oder Rollladenkästen. Asiatische Hornissen bauen im Frühjahr ihr erstes, kleineres Nest ebenfalls häufig an Orten wie Dachböden, das zweite, größere Sommernest wird meist im Freien gebaut, beispielsweise in Baumkronen, oft in über zehn Metern Höhe. Alle Hornissen lieben Baumsäfte, Nektar, Fallobst und Honigtau, als Nahrung für ihre Larven jagen sie zudem andere Insekten.

Autor: red

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