Alina, Juna und Tilda heißen die drei Jungstörche, die am Samstag im Görsbacher Storchnest beringt wurden, benannt nach Kindern aus dem Ort. Mit 16 Jungstörchen im Landkreis Nordhausen verzeichnet Storchenbetreuer Andreas Rzehak einen neuen Rekord...
In Görsbach wurde am Wochenende der Storch-Nachwuchs beringt (Foto: Ulrich Reinboth/nnz-Archiv)Alina, Juna und Tilda haben jetzt ihren eigenen Ausweis. Dabei sind sie erst vier Wochen alt. Die drei Jungstörche im Görsbacher Storchnest wurden am Samstag beringt. Die Metallringe ermöglichen es Ornithologen, die Zugwege und die Lebensweise der Tiere über viele Jahre hinweg nachzuverfolgen, erklärt Andreas Rzehak, der sich seit mittlerweile 21 Jahren um das Storchnest auf dem Schornstein der ehemaligen Bäckerei in Görsbach kümmert.
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Die Beringung der Jungtiere gehört für ihn jedes Jahr Ende Mai oder Anfang Juni dazu. Gemeinsam mit dem Hobbyornithologen Andreas Goedecke ist er ein eingespieltes Team. Während der Beringung verhalten sich die Jungstörche erstaunlich ruhig. Sobald sich Menschen dem Nest nähern, legen sie sich flach hin. Dieses Verhalten dient als Schutzreaktion und soll sie vor möglichen Greifvögeln schützen.
Die drei kleinen Namenspatinnen gucken sich die Beringung der Jungstörche in Görsbach ganz genau an. (Foto: privat)Die beiden Männer fahren dafür mit einem Hubsteiger bis zum hoch gelegenen Nest. Unterstützt werden sie von Christian Trossler von der gleichnamigen Nordhäuser Firma, der den Hubsteiger kostenlos zur Verfügung stellt. Müssten wir die Bühne bezahlen, könnten wir die Beringungsaktion gar nicht durchführen, sagt Rzehak. Seit rund zehn Jahren unterstützt das Unternehmen die Aktion.
Für Andreas Rzehak und Andreas Goedecke gibt es hoch hinaus. (Foto: privat)Eine Besonderheit gibt es in Görsbach schon seit vielen Jahren: Die Jungstörche erhalten Namen von Kindern aus dem Ort. In diesem Jahr wurden die drei Jungvögel nach Alina Schmidt, Juna Junker und Tilda Lauer benannt. Die Namenspatinnen werden informiert, falls einer der Störche später wieder auftaucht.
Die drei Jungstörche im Görsbacher Nest. (Foto: privat)Nicht nur in Görsbach standen die Beringungen auf dem Programm. Auch in Windehausen erhielten drei Jungstörche ihre Ringe, in Rüxleben waren es sogar vier Tiere. In etwa drei Wochen soll eine weitere Beringungsaktion folgen. In Großwechsungen gibt es bereits das zweite Jahr in Folge Storchennachwuchs. Dort wurden zwei Jungstörche gezählt, an der Aumühle weitere vier.
Insgesamt gibt es in diesem Jahr 16 Jungstörche in unserem Landkreis, das sind so viele wie noch nie, sagt Rzehak. Er führt die positive Entwicklung auf die gestiegene Zahl der Brutplätze, günstige Wetterbedingungen in diesem Frühjahr und ein damit verbundenes ausreichendes Nahrungsangebot zurück.
Die Beringungen der Tiere aus der Goldenen Aue liefern wichtige Erkenntnisse über die Zugrouten der Weißstörche. Ein Teil der Tiere nimmt die Westroute über Spanien und Italien, andere die Ostroute in Richtung Israel. Wir liegen an einer sogenannten Zugscheide, erklärt der Storchenvater. Gerade diese unterschiedlichen Zugwege machen die wissenschaftliche Beobachtung besonders interessant. Susanne Schedwill