Momentan ist es um den Abbau von Naturgips im Südharz ein wenig ruhig geworden. Vor allem die Grünen der Region "kümmern" sich aktuell um andere wichtige Dinge. Ganz im Gegenteil ist es im Süden dieser Republik...
In Altertheim bei Iphofen, wo sich die Zentrale des "Bösen", also des Knauf-Konzerns befindet, soll ein neues Gipswerk entstehen. Denn dort wie hier ist all jenen Menschen klar, die mit Gips und Co. bauen, dass die Abschaltung der Kohlekraftwerke bei gleichbleibenden "Hunger" der Bauindustrie mehr Naturgips bedeutet.
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Für die Vertreter der grünen Ideologie ist das ein Problem. Einerseits feiern sie die Kraftwerksabschaltung, andererseits können sie den künftigen Gipsbedarf nicht leugnen oder runterzaubern. Eine Variante wäre jedoch: wegzaubern,
Soweit zur Vorgeschichte. Im Bayrischen Rundfunk mit der Nummer 3 gab es jüngst eine Diskussionsrunde zu dem Knaufschen Bauvorhaben zu sehen. Dabei prallten die Meinungen von Bürgern und Politikern aufeinander. Was das alles mit dem Südharz zu tun hat? Ganz einfach: Kerstin Celina, Landtagsabgeordnete der Grünen aus der Region, sprach sich gegen das neue Werk von Knauf aus.
Cerstin Celina Foto: Bayrischer LandtagFür die Umweltpolitikerin ist Gips ein Allerweltsrohstoff, der nicht nur in ihrer Heimat unter der Oberfläche schlummere. Den soll man gefälligst dort liegenlassen, dafür woanders abbauen, zum Beispiel im Südharz. Im BR wird die Fachfrau wörtlich zitiert: "Es gibt in Unterfranken und im Südharz weitere Möglichkeiten, Gips zu fördern."
So einfach lassen sich also die Rohstoffprobleme der Gegenwart und der Zukunft lösen. Überall kann abgebaut werden, nur nicht bei uns. Das ist einfach, pragmatisch und brillant. Hätte ich den Grünen überhaupt nicht zugetraut. Vielleicht nachahmenswert, meint Peter-Stefan Greiner
Es sind immer Abwägungsentscheidungen zu treffen. Auch beim Gipsabbau im Harz regt sich Widerstand und es wird vom Thüringer Umweltverband aus Gründen des Naturschutzes geklagt. Letztlich geht durch entsprechenden Abbau immer Natur und Lebensraum verloren, weshalb oben erwähnte Abwägung zu erfolgen hat.
Was Herr Greiner nicht erwähnt, da es seiner politischen Agenda entspricht, ist der Zusammenhang, indem Frau Celina ihre Aussage tätigte. Der Gipsabbau in Altertheim soll unterhalb des Grundwasserspiegels in einem Trinkwassereinzugsgebiet der Zeller Quellen stattfinden. Hierdurch droht die Verseuchung des Trinkwassers von Würzburg. Könnte mir vorstellen, dass selbst in Nordhausen bei einem ähnlichen Szenario ein breiterer Widerstand entstünde.
Das kommt in allen Lebensbereichen und politischen Blasen vor. Eine Mehrheit der Deutschen möchte die Atomkraft wieder nutzen, aber das Endlager nicht vor der eigenen Haustür. Alle wollen gutbezahlte Arbeitsplätze und natürlich Produkte, welche auf Kalisalz basieren, aber bitte nicht im Ohmgebirge abbauen.
Die Grünen wollen keine Atomkraft mehr in Deutschland, aber aus den Nachbarländern kommend ist es natürlich okay.
Wenn es keine Alternativen gibt, dann muss eben angebaut werden. Natürlich unter strengsten auflagen und Renaturierungszwang. Wer A sagt muss auch B sagen.