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Di, 13:35 Uhr
22.12.2020
„Kinderarmut droht in Corona-Zeit zu wachsen“

Drei Kreisvorsitzende wollen bedürftigen jungen Menschen längerfristig helfen

„Alle Jahre wieder“ heißt eines der schönsten Weihnachtslieder – und alle Jahre wieder machen sich besonders viele Menschen bewusst, wieviel Armut es auf der Welt gibt. „Und die Corona-Pandemie droht manches Problem sogar zu verschärfen. Zum Beispiel die Kinderarmut“, erklärt Jens Diederichs...

Der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Freien Wähler im Landkreis Mansfeld-Südharz nimmt Bezug auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut in Sachsen-Anhalt: „In unserem Land wächst fast jedes fünfte Kind in Armut auf. Konkret leben 18,6 Prozent Kinder bei uns in Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften. Damit belegt Sachsen-Anhalt Platz elf in Deutschland.“ Gründe dafür, so Diederichs, gebe es viele, in erster Linie aber die wirtschaftliche Schwäche des Bundeslandes, in dem nach wie vor zu viele gut bezahlte Arbeitsplätze fehlen.

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Sein Parteikollege Thomas Schorsch aus Bad Lauchstädt (Saalekreis) ergänzt: „Es liegt in der Natur der Sache, dass in der Weihnachtszeit öfter an caritative Themen gedacht und durch Spenden Gutes getan wird als im Rest des Jahres. Wir sind aber der Meinung, dass Kinderarmut nicht alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über ein Thema sein muss. Solange wir die Augen nicht vor Problemen verschließen, werden wir auch immer bemüht sein, etwas dagegen zu unternehmen.“

Volker Laabs kennt aus seiner Heimat Dessau-Roßlau, wo er Kreisvorsitzender der Freien Wähler ist, ein Beispiel, wo den Schwächsten der Gesellschaft neben Lebensmitteln vor allem Schutz und Selbstbewusstsein vermittelt wird: die Kindertafel in Zerbst. Laabs sagt: „Wir sähen viel lieber, dass keine Tafeln – egal, ob für Erwachsene oder für Kinder – mehr nötig wären. Doch das ist in unserer Zeit Wunschdenken. Also können wir nur versuchen, die Tafeln zu stärken. Zum Beispiel durch eigene Mitarbeit in den Tafeln vor Ort oder durch Spenden.“

Diederichs, Schorsch und Laabs formulieren zum Thema Kinderarmut eine gemeinsame Stellungnahme: „Kinderarmut hat viele Gesichter. Da fehlt eine warme Mahlzeit pro Tag, dort eine neue Hose, ein paar Schuhe oder zeitgemäße Computertechnik, um auch in diesem Punkt nicht den Anschluss zu verlieren. Doch ebenso schlimm sind soziale Ausgrenzung und Benachteiligungen an vielen Stellen. Deshalb bitten wir all jene Mitmenschen, denen es besser geht, zu sehen, ob sie in ihrem Lebensumfeld sozio-kulturellen Vereinen oder Tafeln Geld und vielleicht sogar ihre eigene Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen können. Wir dürfen nicht riskieren, dass aufgrund der Corona-Pandemie das Ausmaß der Kinderarmut noch größer wird.“

Gespendetes Notebook  (Foto: Jochen Miche ) Gespendetes Notebook (Foto: Jochen Miche )

Dieses gespendete Notebook erhielt ein Hettstedter Mädchen geschenkt. Anfragen – von Spendern oder Interessierten – können gerichtet werden an das Kopierzentrum Hettstedt (Tel. 03476/81 23 24 oder an J. Miche unter 0176/23 74 37 03) oder an die drei Kreisvorsitzenden (siehe Text). Foto J. Miche

Die drei Kreisvorsitzenden unterstützen – wie auch der Ortsverband Falkenstein/Harz – die in Hettstedt im Mansfelder Land Mitte dieses Jahres ins Leben gerufene Initiative „Notebooks für Kinder“. Dabei geht es darum, gebrauchte, maximal acht Jahre alte Computertechnik Kindern und Jugendlichen zu spenden, die sich ein solches Gerät nicht leisten können. Die Geräte werden zuvor von einem Fachmann in Hettstedt fit gemacht und dann an Bedürftige, die sich zuvor melden mussten, weitergegeben. Die Kreisvorsitzenden: „Uns ist wichtig, in der Weihnachtszeit mit besonderem Nachdruck auf die Schwächsten unserer Gesellschaft hinzuweisen und für sie gute Taten einzufordern. Für uns selbst heißt das aber, das ganze Jahr über für die Bedürftigen da zu sein.“
Jochen Miche


Autor: nis

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