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Do, 16:38 Uhr
10.12.2020
„Auf ältere Fachleute nicht verzichten!“

Kreisvorsitzende der Freien Wähler fordern Bewegung zur Linderung des Fachkräftemangels

„Wenn Politik und Wirtschaft nicht schaffen, abgestimmte Konzepte zu erarbeiten, wird sich der Fachkräftemangel in unserer Heimat und darüber hinaus in ganz Deutschland bald bis in jede Familie hinein auswirken“, befürchtet Volker Laabs…

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler von Dessau-Roßlau ist seit Jahrzehnten in der freien Wirtschaft tätig und kommt ständig mit Menschen zusammen, die den Fachkräftemangel beklagen. „Qualifiziertes Fachpersonal fehlt in fast 400 Berufen, hat eine Untersuchung ergeben. Wo es an Fachpersonal fehlt, bleiben – beispielsweise in den Pflegeberufen – zum Teil sogar Menschen auf der Strecke; wenn Pflegerinnen permanent überlastet sind, erhalten irgendwann die Betreuten weniger persönliche Zuwendung. Aber auch die Innungen schlagen seit Langem Alarm, weil es im Handwerk, in der Metall- und Elektroindustrie gravierende Nachwuchssorgen gibt.“

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Thomas Schorsch, Chef der Freien Wähler im Saalekreis, befürchtet, dass die Kommunen immer mehr veröden, wenn einstige kleine Handwerksbetriebe aussterben, weil es keine Fachkräfte bzw. keine Nachfolger mehr gibt. Er sagt: „Wenn der letzte kleine Bäcker, Schuster oder Klempner sein Geschäft geschlossen haben wird, dann merken hoffentlich auch die Politiker, welch hohes Gut kleine Meisterbetriebe sind. Doch dann ist es zu spät, sich noch zu beklagen.“ Schorsch betont, dass eine Vielzahl kleiner Betriebe das Leben der Menschen nicht nur bunter und reicher machen, sondern auch eine wichtige Steuerquelle für Länder und Kommunen sind.

Jens Diederichs, Landtagsabgeordneter und Freie Wähler-Kreisvorsitzender von Mansfeld-Südharz, plädiert dafür, die aussterbenden Berufe wieder attraktiver zu machen und rät zu einer besseren Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Handwerkskammern: „Für Menschen, die an einem Handwerksberuf interessiert sind, müssen hervorragende Qualifizierungsangebote und finanzielle Anreize geschaffen werden. Wichtig sind flexible Arbeitszeiten und – das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen – es muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesichert werden.“

Laabs, Schorsch und Diederichs fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme: „Kommunen müssen Neueinsteigern bessere Anreize bieten, um im Ort zu bleiben oder einen kleinen Handwerksbetrieb zu übernehmen. Das kann von einer Art Begrüßungsgeld bis zur Hilfe beim Immobilienerwerb reichen. Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich müssen sich Behörden und Verbände auf eine schnellere Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen verständigen; das im März dieses Jahres in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist dafür eine gute Basis. Und schließlich fordern wir Unternehmen auf, endlich wieder mehr ältere Fachkräfte einzustellen und nicht auf sie zu verzichten. Natürlich müssen entsprechende Begleitmaßnahmen erfolgen, beginnend bei Qualifizierungen bis hin zu Teilzeitmodellen.“
Jochen Miche
Autor: nis

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