Di, 21:25 Uhr
05.05.2020
Großörner
Bewohner und Mitarbeiter auf Corona getestet
In der Asylunterkunft Schlossstraße 1 in Großörner war heute der Tag der Wahrheit: Knapp 40 Bewohner und Mitarbeiter des Hauses wurden auf Corona getestet...
In diesem Zelt wurden heute die knapp 40 Bewohner und Betreuer der Asylbewerberunterkunft auf Corona untersucht. Die Ergebnisse sollen bereits morgen vorliegen (Foto: Miche)
In diesem Zelt wurden heute die knapp 40 Bewohner und Betreuer der Asylbewerberunterkunft auf Corona untersucht. Die Ergebnisse sollen bereits morgen vorliegen. Foto: Miche
Der auch SARS-COV-2 genannte Auslöser von Atemwegserkrankungen wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragen und kann bei gesundheitlich schwer Angeschlagenen zum Tod führen. Die Krankheit war in der vorigen Woche bei zwei Bewohnern der Asylunterkunft (ehemaliges Verwaltungsgebäude der Kupfer-Silber-Hütte) festgestellt worden. Einer von ihnen wird derzeit noch im Krankenhaus behandelt, der andere wurde in der Schlossstraße isoliert untergebracht.
Die heutigen Tests erfolgten in einem eigens zu diesem Zweck neben der Asylunterkunft aufgebauten Zelt. Laut Auskunft des Pressesprechers der Landkreisverwaltung Mansfeld-Südharz, Uwe Gajowski, sollen die Ergebnisse der heutigen Untersuchungen bereits am morgigen Mittwoch vorliegen. Dann wird über den weiteren Umgang mit den Bewohnern und Mitarbeitern der Unterkunft entschieden.
Im gesamten Landkreis, so Gajowski, befinden sich momentan 73 Personen in Quarantäne. Positiv auf das Coronavirus (COVID-19) getestet wurden 39 Menschen, teilt die Kreisverwaltung heute auf ihrer Homepage mit. Damit gehört Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt nach wie vor zu den am wenigsten belasteten Landkreisen (nur Salzwedel und Jerichower Land haben mit 32 bzw. 33 Infizierten eine geringere Rate).
Die Quarantäne in der Schlossstraße 1 wurde am Donnerstag, dem 30. April, verhängt. Um ein unerlaubtes Verlassen des Objektes zu verhindern, wurde es mit einem Bauzaun gesichert. Zusätzlich sind Sicherheitsdienste rund um die Uhr vor Ort im Einsatz.
Da die Bewohner und Betreuer nicht mehr selbst einkaufen können, erhalten sie Bestellzettel, auf denen sie ihre Wünsche ankreuzen können. Die Lieferung erfolgt aller drei Tage. Allerdings sei die Versorgung kein Zusatzangebot, sondern ganz normaler Bestandteil der ihnen laut Asylbewerberleistungsgesetz zustehenden Leistungen, ergänzte Uwe Gajowski.
Mit diesen Leistungen hatten die gefüllten bunten Einkaufstüten jedoch offenbar nichts zu tun, mit denen heute Vormittag vor der Asylunterkunft mehrere Personen hantierten. Auf die Frage an vier Frauen, die zwei Pkw mit solchen Tüten beluden, ob es sich um Lebensmittel oder Spenden handele, gab es lediglich den kurz angebundenen Hinweis, man solle sich an die Verantwortlichen wenden. Wer diese seien, wussten sie sowie drei weitere Männer, die schließlich in mehreren Pkw davonfuhren, aber nicht. In der Kreisverwaltung und beim Betreuer der Bewohner hatte man jedenfalls keine Erklärung für diese ungewöhnliche Bunte-Einkaufstüten-Aktion vor dem Haus. Auch die Vermutung, dass es sich um eine freundliche Geste vielleicht sogar des Gesundheitsamtes gegenüber den in Quarantäne lebenden und nun zu testenden Bewohnern handeln könnte, wollte niemand bestätigen.
Jochen Miche
Autor: red
In diesem Zelt wurden heute die knapp 40 Bewohner und Betreuer der Asylbewerberunterkunft auf Corona untersucht. Die Ergebnisse sollen bereits morgen vorliegen (Foto: Miche)
In diesem Zelt wurden heute die knapp 40 Bewohner und Betreuer der Asylbewerberunterkunft auf Corona untersucht. Die Ergebnisse sollen bereits morgen vorliegen. Foto: Miche
Der auch SARS-COV-2 genannte Auslöser von Atemwegserkrankungen wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragen und kann bei gesundheitlich schwer Angeschlagenen zum Tod führen. Die Krankheit war in der vorigen Woche bei zwei Bewohnern der Asylunterkunft (ehemaliges Verwaltungsgebäude der Kupfer-Silber-Hütte) festgestellt worden. Einer von ihnen wird derzeit noch im Krankenhaus behandelt, der andere wurde in der Schlossstraße isoliert untergebracht.
Die heutigen Tests erfolgten in einem eigens zu diesem Zweck neben der Asylunterkunft aufgebauten Zelt. Laut Auskunft des Pressesprechers der Landkreisverwaltung Mansfeld-Südharz, Uwe Gajowski, sollen die Ergebnisse der heutigen Untersuchungen bereits am morgigen Mittwoch vorliegen. Dann wird über den weiteren Umgang mit den Bewohnern und Mitarbeitern der Unterkunft entschieden.
Im gesamten Landkreis, so Gajowski, befinden sich momentan 73 Personen in Quarantäne. Positiv auf das Coronavirus (COVID-19) getestet wurden 39 Menschen, teilt die Kreisverwaltung heute auf ihrer Homepage mit. Damit gehört Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt nach wie vor zu den am wenigsten belasteten Landkreisen (nur Salzwedel und Jerichower Land haben mit 32 bzw. 33 Infizierten eine geringere Rate).
Die Quarantäne in der Schlossstraße 1 wurde am Donnerstag, dem 30. April, verhängt. Um ein unerlaubtes Verlassen des Objektes zu verhindern, wurde es mit einem Bauzaun gesichert. Zusätzlich sind Sicherheitsdienste rund um die Uhr vor Ort im Einsatz.
Da die Bewohner und Betreuer nicht mehr selbst einkaufen können, erhalten sie Bestellzettel, auf denen sie ihre Wünsche ankreuzen können. Die Lieferung erfolgt aller drei Tage. Allerdings sei die Versorgung kein Zusatzangebot, sondern ganz normaler Bestandteil der ihnen laut Asylbewerberleistungsgesetz zustehenden Leistungen, ergänzte Uwe Gajowski.
Mit diesen Leistungen hatten die gefüllten bunten Einkaufstüten jedoch offenbar nichts zu tun, mit denen heute Vormittag vor der Asylunterkunft mehrere Personen hantierten. Auf die Frage an vier Frauen, die zwei Pkw mit solchen Tüten beluden, ob es sich um Lebensmittel oder Spenden handele, gab es lediglich den kurz angebundenen Hinweis, man solle sich an die Verantwortlichen wenden. Wer diese seien, wussten sie sowie drei weitere Männer, die schließlich in mehreren Pkw davonfuhren, aber nicht. In der Kreisverwaltung und beim Betreuer der Bewohner hatte man jedenfalls keine Erklärung für diese ungewöhnliche Bunte-Einkaufstüten-Aktion vor dem Haus. Auch die Vermutung, dass es sich um eine freundliche Geste vielleicht sogar des Gesundheitsamtes gegenüber den in Quarantäne lebenden und nun zu testenden Bewohnern handeln könnte, wollte niemand bestätigen.
Jochen Miche