Mo, 21:06 Uhr
11.04.2016
Mansfeld erhielt heute Fördermittelbescheid
Brunnen soll wieder sprudeln
Die Sonne ging aber auch ganz sichtbar auf, während die Mansfelder Grundschüler vor dem Denkmal "Lutherbrunnen" Frühlingslieder sangen. Sie umrahmten eine schöne kleine Feier auf dem Lutherplatz inmitten der Mansfelder Altstadt, an der auch Ortsbürgermeisterin Sabine Metz, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Mitglieder des Heimatvereins und einige interessierte Bürger teilnahmen.
Sie alle waren gekommen, um der Übergabe des Fördermittelbescheides beizuwohnen, der bereits im vorigen Jahr bei der Kreisverwaltung Mansfeld-Südharz beantragt und am 29. Februar dieses Jahres vom Kreisausschuss bestätigt worden war. Das Geld - 7.979 Euro - soll in die Sanierung des Lutherbrunnens gesteckt werden, an dem sich heute Nachmittag Kinder und Erwachsene versammelt hatten.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Gustav Voigt (Freie Wähler), begrüßte die Leute und berichtete Interessantes aus der Geschichte des Denkmals "Lutherbrunnen". Dieser sei von dem Schkopauer Bildhauer Paul Juckow geschaffen und 1913 eingeweiht worden. Das Geld dafür war in einer groß angelegten Spenden- und Sponsorenaktion zusammengekommen.
Bürgermeister Voigt würdigte den Brunnen als einzigartig, denn: "Eine Darstellung des jungen Luther als Denkmal ist kaum zu finden." Überdies werde der Reformator in anderen Denkmälern meist sehr monumental gezeigt und schon gar nicht auf drei Bronzeplatten in drei seiner wichtigsten Lebensabschnitte: als 13-jähriges Kind, das hinaus in die Welt will, als gottesfürchtigen Mönch, der mit Hammer und Nägel die 95 Thesen an die Tür des Doms zu Wittenberg nagelt, welche die Welt verändern würden, und als Reformator, der vor dem Kaiser mutig seine Thesen verteidigt. Seine Prägung als gottesfürchtiger, disziplinierter und aufrichtiger Mensch hatte er in Mansfeld erfahren - durch Eltern, Verwandte und die Menschen dieser Stadt.
Dieses Denkmal wurde zugleich als Brunnen gestaltet. Jedoch: Der Brunnen sprudelt nicht mehr so recht. Die Leitungen sind alt und porös, vielleicht auch verstopft, auf jeden Fall aber reparaturbedürftig. Dazu kommen die Bronzeplatten, die einer speziellen Reinigung und einer neuen Wachsschicht bedürfen, und die Steine des Denkmals, die sich auch über ein kleines Bad freuen würden. Weil das alles aber Geld kostet, wurde an den Zukunftsfonds des Landkreises ein Antrag auf Förderung gestellt - und genehmigt.
Landrätin Dr. Angelika Klein stand die Freude ins Gesicht geschrieben, dieses Geld in Form des Schecks und des Bescheides Gustav Voigt in die Hand drücken zu können. Nicht zufällig befand sich in ihrer Begleitung auch die Reformationsbeauftragte des Landkreises, Dr. Elke Stolze. Beide Frauen sind nicht weniger als die Mansfelder selbst daran interessiert, dass sich die Stadt, in der Martin Luther seine Kindheit verbrachte, im Jahr 2017 zum 500. Reformationsjubiläum so strahlend zeigt wie heute, als sich die Wolken verzogen und die Stadt in ein herrlich klares Licht tauchten.
Doch zu diesem einladenden Eindruck gehört auch ein intakter Brunnen auf dem Lutherplatz. Dieses soll mit Hilfe des Geldes aus dem Zukunftsfonds und einem Eigenanteil der Stadt Mansfeld noch in diesem Jahr gründlich repariert und saniert werden. Dr. Klein: "Ein Brunnen, der nicht funktioniert, ist nicht so schön. Ich hoffe, dass wir das Wasser hier bald wieder frisch sprudeln sehen können."
Bürgermeister Gustav Voigt lud schon mal alle Anwesenden und weiteren Interessierten in Stadt und Land zur feierlichen Übergabe des dann fertiggestellten Denkmals "Lutherbrunnen" ein. Der Termin steht noch nicht fest - noch weiß niemand, wie lange genau die Arbeiten dauern werden. Aber der Ort steht bereits fest: der Lutherbrunnen auf dem Lutherplatz.
Jochen Miche